Braunschweig ohne Bundeswehr
Das Verteidigungsministerium hat entschieden, dass in Braunschweig eines von 24 neuen Musterungszentren entstehen soll. Während hier und bundesweit wieder Schüler*innen gegen die Wehrpflicht auf die Straße gehen, bezeichnet OB Kornblum das als “großartige Nachricht” für unsere Stadt. Mit keinem Wort geht er auf die berechtigten Sorgen der Braunschweiger*innen, die die Wiedereinführung der Wehrpflicht ablehnen, ein.
Die Musterung ist ein entwürdigender Prozess, in dem junge Menschen auf ihre Fronttauglichkeit überprüft werden. Es ist unklar, wieso es “großartig” sein soll, dass dies nun hier in Braunschweig passieren soll anstatt in irgendeiner anderen Stadt - oder eben gar nicht.
Das reiht sich in die sogenannte Zeitenwende ein, in der alles der Aufrüstung untergeordnet wird. Dies ist nicht zuletzt ein Angriff auf den Sozialstaat: Geld für Bildung, Gesundheit und Infrastruktur fehlt, aber für die Kriegstüchtigkeit wird ein Sondervermögen verabschiedet. Ein Standortfaktor wird das Musterungszentrum mit seinen 50 Arbeitsplätzen jedenfalls nicht.
"Das ist eine furchtbare Nachricht für Braunschweig und für viele junge Menschen! Wir stehen an der Seite derer, die gegen Wehrpflicht und Aufrüstung auf die Straße gehen! Wir stellen uns gegen die Normalisierung und die Präsenz der Bundeswehr in Braunschweig!", sagt dazu Leonie Bartsch, Co-Vorsitzende und OB-Kandidatin der Linken Braunschweig.
